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Lexikon der Biochemie: Turgorine

Turgorine, Blattbewegungsfaktoren, Verbindungen, die für die Reizleitung im Rahmen der seismonastischen Reaktion der Mimose (Mimosa pudica) verantwortlich gemacht werden. Es handelt sich in der Regel um Glycoside der 3,4-Di- oder 3,4,5-Trihydroxybenzoesäure mit einer sauren Monosaccharideinheit. Zu den wirksamsten Vertretern der T. zählt PLMF1 (periodic leaf movement factor 1, Abb. 1), der schon bei einer Konzentration von 2 · 10-7 Mol/l im Biotest Seismonastie auslöst. Solche Blattbewegungen basieren auf Turgorveränderungen, laufen sehr schnell ab und sind irreversibel. Eine seismonastische Reaktion ist mit einem Turgorverlust in dem motorischen Gewebe an den Blattgelenken (Pulvini) verbunden. T. wurden in der Zwischenzeit in vielen Pflanzenfamilien nachgewiesen, die zu Turgorreaktionen befähigt sind, z.B. Turgorin aus Glycine max (Abb. 2). Die T. werden im Phloem transportiert und es wird angenommen, dass die biologische Wirkung über spezifische Rezeptoren in der Pflanzenmembran vermittelt wird.



Turgorine. Abb. 1. Turgorin PLMF1 aus Mimosa pudica, Acacia karoo und Oxalis stricta.



Turgorine. Abb. 2. Turgorin aus Glycine max.

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