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Lexikon der Biochemie: Wachstumsfaktoren

Wachstumsfaktoren, das Wachstum von Zellen fördernde Substanzen: 1) bei Mikroorganismen organische Verbindungen (z.B. Vitamine, Aminosäuren, Purine), die von auxotrophen Mikroorganismen nicht synthetisiert werden können und deshalb zusätzlich dem Kultivierungsmedium zugesetzt werden müssen (Wuchsstoffe, akzessorische Substanzen, Suppline). In biotechnologischen Prozessen werden die W. meist nicht als reine (teure) Substanzen, sondern als komplexe, billigere Stoffe (Hefeextrakt, Hefeautolysat, Maisquellwasser, Melasse u.a.) zugeführt. Andererseits können auxotrophe Stämme zur quantitativen Bestimmung der W. benutzt werden ("Bioassay", z.B. Mikrobialtest zur Bestimmung geringster Vitaminkonzentrationen), da das Wachstum in bestimmten Grenzen der Konzentration des essenziellen W. proportional ist. 2) Substanzen, die für Wachstums- und Entwicklungsprozesse notwendig sind oder diese beeinflussen (z.B. Phytohormone als W. der Pflanzen). 3) eine Gruppe von z.T. Gewebe-spezifischen Polypeptiden bzw. Polypeptidhormonen, die eine replikative DNA-Synthese sowie Zellteilung und damit Wachstum und Differenzierung in verschiedenen tierischen Zellen induzieren. Einige können zellspezifisch neben einer stimulierenden auch eine hemmende Wirkung ausüben. Diese W. sind für eine serumfreie Zellkultur tierischer und menschlicher Zellen von wachsender Bedeutung. Wichtige W. sind z.B. der Epidermis-Wachstumsfaktor und die insulinähnlichen Wachstumsfaktoren. Mehrere W. werden auf gentechnischem Wege hergestellt (rekombinante Proteine) oder aus biologischem Material (z.B. Rinderhirn) direkt isoliert. transformierende Wachstumsfaktoren.

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