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Kompaktlexikon der Biologie: Anguilliformes

Anguilliformes, Aalartige Fische, Ord. der Knochenfische (Osteichthyes) mit den beiden Unterordnungen Aale (Anguilloidei) mit 16 Fam. und über 700 Arten sowie den Pelikanaalen (Saccopharyngoidei, oft auch eigene Ordnung Saccopharyngiformes) mit drei Fam. und 24 Arten. Die Arten der A. haben einen langgestreckten, schlangenförmigen Körper mit weichstrahligem Flossensaum und ein Schädelskelett mit zahlreichen Knochenrückbildungen. Pelikanaale sind die Tiefseeformen der A. Charakteristisch ist ein riesiges, sackartiges Maul, bei dem der große Unterkiefer mit einem weit nach hinten ragenden Kieferstiel aus umgebildeten Schädelknochen gelenkig verbunden ist. Auf dem Rücken befinden sich oft Leuchtorgane. Pelikanaale leben in Tiefen zwischen 2000 und 5000 m und benutzen ihre Mäuler vermutlich wie Fangnetze. Die Aale haben einen schlangenförmigen, drehrunden oder seitlich abgeflachten Körper mit langem, durchgehendem Flossensaum aus Rücken-, Schwanz- und Afterflosse. Die Haut ist meist schuppenlos und stark schleimig. Der Schultergürteln hat keine Verbindung zum Schädel; die stark schlängelnde Bewegung wird durch bis zu 270 Wirbel ermöglichet. Aale sind bestens angepasst, um sich durch enge Spalten zu zwängen und in weichen Untergrund einzugraben. Sie haben viele hochspezialisierte Merkmale und sind eine alte, bereits in der Kreidezeit vorkommende Knochenfischgruppe, deren fossile Vertreter noch Bauchflossen hatten. Sie leben marin, vorwiegend am Boden oder in Felsspalten warmer Meere, nur die Flussaale halten sich mit Ausnahme der Larven- und Fortpflanzungszeit im Süßwasser auf und machen weite Laichwanderungen. Fast alle erwachsenen Aale sind Raubfische und nachtaktiv; ihre Beute spüren sie mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn auf. – Zu den A. gehören u.a. die Meeraale (Congridae), die Muränen (Muraenidae), die Schlangenaale (Ophichthidae) sowie die Echten Aale (Anguillidae) mit dem Flussaal als bekanntester und wirtschaftlich wichtigster Art.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
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Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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