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Kompaktlexikon der Biologie: Bakteriensporen

Bakteriensporen, Dauer- und Ausbreitungsformen der Bakterien. Man unterscheidet Endosporen, Exosporen, Myxosporen und Cysten. Meist wird die Bildung der Dauerformen durch einen Mangel an Nährstoffen oder andere ungünstige Wachstumsbedingungen ausgelöst.

Die Endosporen werden von bestimmten Arten grampositiver Bakterien (hauptsächlich Clostridium, Clostridien, und Bacillus) gebildet und sind durch große Hitzeresistenz ausgezeichnet. Während vegetative Zellen durch 10-minütiges Erhitzen auf 80 °C abgetötet werden, können die Bakterien-Endosporen ein stundenlanges Kochen ertragen. Die Unempfindlichkeit gegenüber Hitze ist auf den sehr geringen Wassergehalt der Endosporen zurückzuführen. Endosporen weisen eine deutlich komplexere Struktur auf als vegetative Zellen. Unter dem Exosporium befinden sich die äußere und innere Sporenhülle, darunter die aus Peptidoglykan bestehende Rinde (Cortex), die Sporenzellwand (Core), die Cytoplasmamembran und das Cytoplasma mit Nucleoid. Eine charakteristische Substanz der Endosporen ist Dipicolinsäure, die oft mit Calciumionen verbunden ist. Endosporen können Tausende von Jahren im Ruhezustand verharren.

Exosporen wurden bisher bei den Gatt. Methylosinus und Methylocystis (Proteobacteria) und bei den Streptomyceten beschrieben. Sie entstehen durch Knospung der Mutterzelle und haben die gleichen Eigenschaften wie Bacillus-Endosporen.
Einige Baktierien bilden auch kugelförmige, dickwandige Cysten. Bei der Cystenbildung wird die ganze Bakterienzelle in eine Cyste umgewandelt und nicht nur ein Teil der Zelle wie bei der Bildung der Endosporen. Die so genannten Myxosporen werden innerhalb der Fruchtkörper der Myxobakterien gebildet. Sie sind im Vergleich zu vegetativen Zellen resistenter gegen Austrocknung, UV-Strahlen und Hitze, jedoch ist der Grad der Hitzeresistenz viel geringer als der von bakteriellen Endosporen.

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Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

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Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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