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Kompaktlexikon der Biologie: Blattstellung

Blattstellung, Phyllotaxis, Anordnung der Blätter (Blatt) an der Sprossachse. Dabei unterscheidet man die grundsätzlichen B. wechselständig und gegenständig. Bei gegenständiger oder wirteliger B. entspringen an jedem Knoten zwei oder mehrere Blätter. Entspringt jedem Knoten nur ein Blatt, wird die Stellung wechselständig, spiralig oder schraubig genannt. Die Winkelabstände zwischen Blättern sind i.d.R. gleich, sodass die Blätter gleichmäßig um den Spross verteilt sind (Äquidistanzregel). Die Blätter des folgenden Knotens rücken meist genau in die Zwischenräume des vorangegangenen Wirtels (Alternanzregel). Entsprechend diesen Regeln stehen sich bei zweizähligen Wirteln die Blätter genau gegenüber und das folgende Blattpaar steht senkrecht zur Richtung des vorangegangenen. Diese B. nennt man kreuzgegenständig oder dekussiert ( vgl. Abb. ). Wenn nur ein Blatt an einem Knoten ausgebildet wird, nennt man die B. dispers oder zerstreut. Die Blätter können dabei an der Sprossachse so verteilt sein, dass das nachfolgene Blatt genau an der gegenüber liegenden Seite entsteht, man nennt dies eine zweizeilige oder distiche B. Sind die Winkelabstände zwischen zwei aufeinander folgenden Blattanlagen kleiner als 180 °, ergibt sich die schraubige oder spiralige B. Die (gedachte) Linie, die die aufeinander folgenden Blätter auf dem kürzesten Weg verbindet, wird als Grundspirale bezeichnet. Die Blätter sind in gesetzmäßiger Weise auf der Grundachse angeordnet, indem je zwei aufeinander folgende Blätter um einen bestimmten Winkel (Divergenzwinkel) gegeneinander verschoben sind.



Blattstellung: Blattstellungstypen: a kreuzgegenständig, b distich, c 2/5-Stellung, d 3/8-Stellung

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Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

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Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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