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Kompaktlexikon der Biologie: Cactaceae

Cactaceae, Kakteengewächse, Fam. der Caryophyllales mit ca. 1500 Arten. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist das tropische und subtropische Amerika, wo Kakteen besonders die Wüsten- und Halbwüsten besiedeln. Es sind meist ausgesprochen xeromorphe Pflanzen, mit abgeplatteten, säulen- oder kegelförmigen, fleischigen Sprossen (Stammsukkulente), die entweder glatt, längs gerippt oder warzig gegliedert sein können. Die Oberfläche ist bedeutend verkleinert, da die Blätter zu Dornen umgewandelt sind. In den Achseln der Dornen befinden sich häufig Haar- oder Stachelbüschel, die neben der oft starken Cuticula als Verdunstungsschutz (Transpiration) dienen. Nur die Gatt. Pereskia besitzt normale Laubblätter. Kleine, schuppen- bis pfriemenförmige Laubblätter kann man auch bei vielen Jungstadien, z.B. bei Opuntien, beobachten. Die auffälligen, großen Blüten sind meist sitzend. Sie haben eine vielzählige, außen kelch- und innen kronenartige, schraubige Blütenhülle und zahlreiche Staub- und Fruchtblätter. Der Fruchtknoten ist unterständig und entwickelt sich zu einer Beere.
Viele Kakteen werden als Zierpflanzen kultiviert, z.B. die Königin der Nacht (Selenicus grandiflorus) ( vgl. Abb. ) und der Weihnachtskaktus (Zygocactus truncatus). Essbare Früchte liefert der Feigenkaktus, Opuntia ficus-indica. Einige Arten enthalten Alkaloide wie die mexikanischen Lophophora-Arten. Deren getrocknete Sprossabschnitte sind als Peyotl oder Peyote bekannt und liefern eine Droge, die Halluzinationen verursacht. Der Hauptwirkstoff ist dabei das Protoalkaloid Meskalin. (Xerophyten, Dürreresistenz, Sukkulenz)



Cactaceae: a Königin der Nacht (Selenicus grandiflorus), b Weihnachtskaktus (Zygocactus truncatus), c Phyllokaktus (Nopalxochia Hybr.), d Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica), e Warzenkaktus (Mammillaria spec.), f Säulenkaktus (Echinocereus spec.)

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Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

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Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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