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Kompaktlexikon der Biologie: Charadriidae

Charadriidae, Regenpfeifer, Fam. der Charadriiformes mit 22 kleinen bis mittelgroßen, kurzschnäbeligen, am Boden lebenden Arten. Die Geschlechter sind meist gleich gefärbt. Typisch für die C. ist die Art der Nahrungssuche: Sie laufen schnell vorwärts, stoppen dann ruckartig in lauschend aufgerichteter Haltung, picken zu und laufen weiter. Außerhalb der Brutzeit leben die C. gesellig. Zu den C. gehört u.a. die Gatt. Charadrius („Kleine Regenpfeifer“), deren Arten meist oberseits sandfarben oder gräulichbraun sind und an Kopf und Hals oft eine typische schwarzweiße Zeichnung haben. Einer der häufigsten nördlichen Strandvögel ist der knapp 20 cm große Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) mit charakteristischer schwarzweißer Zeichnung an Kopf und Brust, orangegelben Beinen und gelbem Schnabel mit schwarzer Spitze. Sehr ähnlich in der Färbung, jedoch kleiner und schlanker ist der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), der, meist einzeln oder paarweise, auch an Binnengewässern vorkommt. Der ebenfalls an den Küsten vorkommende Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) ist insgesamt heller als die beiden vorgenannten Arten und hat dunkle Beine. Zur Gattung Pluvialis („Große Regenpfeifer“) gehört u.a. der außerhalb der Brutzeit sehr gesellige und oft mit Kiebitzen vergesellschaftete Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria); er ist 26 – 30 cm groß, oberseits goldgelb mit dunkler Fleckung, Bauch außerhalb der Brutzeit hell, im Prachtkleid tiefschwarz mit leuchtend weißer Begrenzung. Ebenfalls zu den C. gehören die Kiebitze (Unterfam. Vanellinae), u.a. mit dem Kiebitz (Vanellus vanellus), dem häufigsten und auffälligsten Regenpfeifer in Mitteleuropa. Charakteristisch sind der lange Schopf und die breiten runden, metallisch grün glänzenden Flügel. Typisch sind auch der namengebende Ruf („kie-wit“) und der gaukelnde Balzflug. Außerhalb der Brutzeit findet er sich auf Wiesen, Ackerland, in Sumpfland. Im Winter und auf dem Zug an flachen Binnengewässern und Küsten.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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