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Kompaktlexikon der Biologie: Chelicerata

Chelicerata, Kiefernklauenträger, etwa 60000 rezente Arten umfassende Gruppe der Gliederfüßer (Arthropoda), die auf insgesamt 12 Subtaxa verteilt sind. Die kleinsten rezenten Arten sind kaum 0,1 mm große Milben, die größte Art ist Limulus polyphemus (Xiphosura) mit 60 cm Größe. Mit Ausnahme der Milben, unter denen auch Parasiten und Zersetzer zu finden sind, leben alle C. räuberisch.

Der Körper ist gegliedert in Vorderkörper (Prosoma) mit sechs Extremitätenpaaren und Hinterkörper (Opisthosoma). Das Prosoma trägt viele Sinnesorgane, die Mundwerkzeuge und die Laufbeine. Die miteinander verschmolzenen Segmente des Prosoma sind von einer einheitlichen Platte (Scutum, Carapax, Peltidium) bedeckt. Im Opisthosoma befinden sich die Verdauungs-, Kreislauf, Atmungs- und Geschlechtsorgane. Die vordersten Extremitäten des Prosomas sind die Cheliceren. Sie waren ursprünglich dreigliedrig und mit Scheren versehen, haben aber insbesondere bei den Arachnida Abwandlungen erfahren. Die übrigen Extremitäten gliedern sich in Coxa, Trochanter, Femur, Patella, Tibia, Tarsus und Praetarsus, oft ist die Zahl der Glieder sekundär erhöht. Sinnesorgane sind Lateral- und Medianaugen sowie zahlreiche Mechano- und Chemorezeptoren. Der Exkretion dienen an den Coxen der Laufbeine liegende, umgewandelte Nephridien, die Coxaldrüsen, sowie Nephrocyten, der hintere Mitteldarmabschnitt und bei den Arachnida Malpighi-Schläuche. Der Kreislauf ist offen, Atmungsorgane sind bei Xiphosura Buchkiemen, bei Arachnida Fächerlungen oder Tracheen.

Die C. sind vermutlich die Schwestergruppe der ausgestorbenen Trilobita. Sie entfalteten sich zunächst im Meer, wo noch die Xiphosura leben, dann im Brack- und Süßwasser (Eurypterida). Die Arachnida, als Schwestergruppe der Xiphosura, haben ihre Evolution an Land durchgemacht. Arachnida und Xiphosura werden als Euchelicerata zusammengefasst, die den Pantopoda als Schwestergruppe gegenübergestellt werden.

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Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

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Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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