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Kompaktlexikon der Biologie: Chondrichthyes

Chondrichthyes, Knorpelfische, Klasse der Wirbeltiere (Vertebrata) mit knorpeligem Innenskelett, das durch Verkalkung oft sehr fest ist. Das Vorderende des Schädels ist zu einem Rostrum ausgezogen. Die Haut ist meist mit Placoidschuppen bedeckt, die aus einer subepidermalen Basalplatte und einem darauf sitzenden Zahn bestehen, der die Epidermis durchstößt. Bei Haien bedecken die Placoidschuppen den ganzen Körper, bei Rochen und Seedrachen (Chimären) sind sie weitgehend rückgebildet, können aber zu großen Stacheln umgeformt sein. Das Maul ist unterständig, die Kiefer sind mit Zähnen besetzt, die bei Haien und Rochen dauernd von innen her ersetzt werden. Typischerweise sind jederseits fünf (selten 6 – 7) Kiemenspalten vorhanden. Der Darm ist mit einer Spiralklappe oder -falte (Spiraldarm) versehen, die der Oberflächenvergrößerung dient. Spezielle Sinnesorgane sind die Lorenzini-Ampullen am Kopf der Haie und Rochen, die vom Seitenlinienorgan abgeleitet sind und der Elektrorezeption dienen.

Die Fortpflanzung geschieht durch innere Befruchtung; die Bauchflossen der Männchen sind zu langen Kopulationsorganen umgebildet (Mixopterygium, Pterygopodium). Die Eier werden von einer Nidamentaldrüse am Eileiter mit einer festen Schale versehen, die vielfach Verlängerungen an den Ecken zur Befestigung am Substrat trägt. Viele Arten sind ovovivipar, d.h. das Junge schlüpft kurz vor der Geburt im Mutterleib aus der Eikapsel. Echte Viviparie kommt ebenfalls vor.

Die ältesten Formen der C. waren Süßwasserbewohner, während die rezenten Arten fast ausschließlich marin sind. Die beiden rezenten Ord. Sind die Elasmobranchii mit den Haien (Selachimorpha) und Rochen (Batidoidimorpha) und die Holocephali (Chimären).

Die Holocephali (Chimären) sind eine kleine, nur 30 Arten umfassende marine Gruppe. Sie stammen von den seit dem Devon bekannten, fossilen Bradydonti ab, deren Haut im Unterschied zu den rezenten Chimären Placoidschuppen trug. Die häufigste rezente Art in Europa ist die über 1 m lange Chimaera monstrosa (Königsfisch, Heringskönig), die in Tiefen zwischen 200 und 1000 m lebt.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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