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Kompaktlexikon der Biologie: Choriongonadotropin

Choriongonadotropin, Abk. HCG von engl. human chorionic gonadotropin, in der frühen Schwangerschaft vom Trophoblast gebildetes Hormon, das zusammen mit dem ebenfalls gebildeten HPL (von engl. human placental lactogen) die Rückbildung des Gelbkörpers verhindert und den Gelbkörper zur Bildung von Progesteron anregt, das wiederum die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut verhindert. Die HCG-Bildung unterliegt im Verlauf der Schwangerschaft charakteristischen Veränderungen. Es lässt sich etwa zwei Wochen nach dem Eisprung im Urin nachweisen und steigt dann steil an bis zu einem Maximum am Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats. Danach fällt die HCG-Konzentration im Urin wieder ebenso scharf ab und bleibt für den gesamten Rest der Schwangerschaft auf einem niedrigen Niveau etwa konstant. Zum Zeitpunkt des Abfallens der HCG-Konzentration hat die Placenta die Produktion von Progesteron und Estrogenen übernommen, die die Schwangerschaft erhalten. Die frühe Nachweisbarkeit von HCG spielt klinisch eine bedeutende Rolle, da HCG mit Hilfe einer Antigen-Antikörper-Reaktion leicht nachweisbar ist und daher Grundlage der Schwangerschaftstests ist.

Chemisch gesehen ist HCG ein Glykoproteid mit hohem Kohlenhydratanteil, das aus zwei Untereinheiten besteht. Die α-Untereinheit ist identisch mit derjenigen von FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon).

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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