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Kompaktlexikon der Biologie: Collembola

Collembola, Springschwänze, zu den Entognatha gehörende Insekten, die mit 4000 Arten (in Mitteleuropa rund 1000) weltweit verbreitet sind. Sie sind meist 1 – 2 mm lang und leben in den unterschiedlichsten Lebensräumen, am Boden, auf der Wasseroberfläche, an Meeresküsten auf Gletschereis und Schnee oder auch in Nestern von Ameisen und Termiten, wobei immer Bereiche hoher Luftfeuchtigkeit bevorzugt werden. C. ernähren sich von pflanzlichem oder tierischem Abfall, Mikroorganismen, aber auch von lebendem Pflanzengewebe (z.B. zarte Wurzeln). Als Detritusfresser tragen sie zur Humusbildung bei. C. zeigen oft hohe Individuendichten (in 1 m2 Boden bis zu einer Tiefe von 30 cm bis zu 400000 Individuen).

Charakteristisch ist die Sprunggabel (Furca), ( vgl. Abb. ) die eine Extremitätenbildung des 4. Abdominalsegments ist. Sie wird in Ruhe ventral nach vorne geklappt und von einer Halterung (Retinaculum) am 3. Abdominalsegment festgehalten. Bei Beunruhigung schnellt die Sprunggabel durch plötzliche Muskelkontraktion nach hinten und der Körper vollführt entweder einen Salto nach hinten oder springt nach vorne (bis zu 25 cm weit). – Die C. sind seit dem Devon nachgewiesen. Man unterscheidet drei Subtaxa, Arthropleona mit gestrecktem, deutlich segmentiertem Körper und ohne Tracheensystem, Neelipleona mit kugeligem Körper und ohne Augen und Symphypleona mit eher kugeligem Körper, teilweise verschmolzener Segmentierung und mit Tracheensystem.



Collembola: Schema eines Collembolen (Arthropleona)

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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