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Kompaktlexikon der Biologie: Ctenophora

Ctenophora, Rippenquallen, traditionell den Coelenterata zugeordnete Gruppe mit 80 marinen Arten, die stets skelettlos sind und solitär leben. Die Körpergrundgestalt wird durch zwei senkrecht aufeinander stehende Symmetrieachsen bestimmt, von denen die eine Ebene durch die beiden Tentakel, die andere durch den größten Durchmesser der Mund-After-Öffnung verläuft. C. bewegen sich mit Hilfe von acht meridional angeordneten Wimpernreihen („Rippen“) fort. Die Nahrung (Plankton) wird mit den fädig verzweigten Tentakeln erbeutet, an denen Klebzellen (Colloblasten) sitzen. C. besitzen keine Nesselkapseln (Acnidaria). An dem der Mundöffnung gegenüber liegenden Körperpol befindet sich eine Statocyste, die der Wahrnehmung der Schwerkraft und somit der Ausrichtung der Körperachse (Gleichgewichtssinn) dient. ( vgl. Abb. )

Die C. sind i.d.R. Zwitter, Selbstbefruchtung ist möglich. Die Entwicklung ist direkt. Man unterscheidet zwei Untergruppen: Die Tentaculifera besitzen zwei Tentakeln; zu ihnen gehört u.a. die in der Nordsee im Frühjahr und Sommer massenhaft auftretende Meerstachelbeere (Pleurobrachia pileus). Sie ist 3 cm hoch bei 1 cm Durchmesser und kann ein bis 70 cm langes Tentakelnetz entfalten. An den Meridionalkanälen zeigt sie Biolumineszenz. Die zweite Untergruppe, die Atentaculata (Beroida) besitzt keine Tentakel. Weltweit verbreitet sind die Arten der Gatt. Beroë, wobei die etwa 3,5 cm lange Art Beroë gracilis in der Deutschen Bucht endemisch ist.



Ctenophora: Schema einer Rippenqualle

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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