Direkt zum Inhalt

Kompaktlexikon der Biologie: Curare

Curare, i.w.S. Name einer ganzen Gruppe von Alkaloiden, die von den Indianern Südamerikas als Köder- und Pfeilgifte benutzt werden. Sie werden im Wesentlichen aus den beiden Pflanzengatt. Chondodendron (Fam. Menispermaceae) und Strychnos (Fam. Loganiaceae) gewonnen. I.e.S. werden nur noch die muskellähmend wirkenden C.-Alkaloide als C. bezeichnet, dies sind Indolalkaloide mit Strychningerüst und zwei quartären Ammoniumionen. Sie wirken als Antagonisten des Acetylcholins und blockieren dessen Rezeptorstellen an der postsynaptischen Membran. Die Folge ist eine Depolarisierung der postsynaptischen Membranen und dadurch wiederum eine Blockierung der Kontraktion der quergestreiften Muskulatur. Bei den auftretenden Lähmungen werden nacheinander die Muskeln in den Beinen und Armen, an Kopf, Rumpf und Brustkorb bewegungsunfähig; der Tod tritt durch Atemlähmung ein; der Herzmuskel ist von der Lähmung nicht betroffen. Halbsynthetische oder synthetische Analoge von C. werden in der Medizin u.a. als Muskelrelaxans bei Operationen eingesetzt.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

Partnervideos