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Kompaktlexikon der Biologie: Cyprinidae

Cyprinidae, Karpfenfische und Weißfische, mit etwa 1600 Arten die artenreichste aller Fischfamilien; sie sind, außer in Australien, Südamerika und Madagaskar, weltweit in Süßgewässern verbreitet. Das Maul ist i.Allg. zahnlos und vorstülpbar, an den Schlundknochen sitzen innen zahnartige Gebildet (Schlundzähne). Zur Laichzeit sind oft Veränderungen der Haut (Laichausschlag) zu beobachten. Viele Arten der C. laichen im Schwarm z.T. mit anderen Arten, wobei es zu Bastardierungen kommen kann. C. sind Allesfresser, viele Arten sind Nutzfische. Die bekanntesten Arten der C. sind der Karpfen und der Goldfisch. Weitere bekannte einheimische Arten sind: Der Bitterling (Rhodeus sericeus), dessen Weibchen eine Legeröhre bildet, mit der die Eier in den Einströmsipho von Muscheln (Fam. Unionidae) gelegt werden. Der Brassen, Brachsen oder Blei (Abramis abramis), ein Kleintierfresser, lebt in größeren, langsam fließenden Gewässern und nährstoffreichen Seen, vorzugsweise in schlammigen Bereichen; nach ihm ist die Brachsenregion benannt. Sein Rogen wurde v.a. im 19. Jh. zu einer Art Kaviar verarbeitet. Auch die Schleie (Tinca tinca) lebt insbesondere in verschlammten Teichen, wo sie gründelnd und wühlend nach Nahrung sucht. Das Rotauge (Plötze, Rutilus rutilus) ist in Mitteleuropa einer der häufigsten Fische in stehenden und langsam fließenden Gewässern. Es tritt oft in großen Scharen auf und ernährt sich von pflanzlichem Material. Die Orfe (Aland, Leuciscus idus) wird in Deutschland für Toxizitätstests eingesetzt. Ein Grundfisch in schnell fließenden Gewässern ist die Barbe (Barbus barbus), nach der die Barbenregion benannt ist. Eine Reihe von Arten sind beliebte Aquarienfische, so u.a. die Keilfleckbarbe (Rasbora heteromorpha), der Zebrabärbling (Brachydanio rerio), die Prachtbarbe (Barbus conchonius) und der Kardinalfisch (Tanichthys albonubes). Der Zebrabärbling ist ein wichtiger Modellorganismus in der Entwicklungsbiologie.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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