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Kompaktlexikon der Biologie: Drosophila melanogaster

Drosophila melanogaster, Kleine Taufliege, Kleine Essigfliege, Fruchtfliege, zur Fam. Drosophilidae gehörende, etwa 2 mm große Art der Fliegen (Brachycera). D.m. ist braun bis gelb gefärbt und findet sich häufig an gärendem und faulendem Obst, in das sie ihre Eier legt. Seit 1907 (T.H. Morgan) ist D.m. Versuchstier in der genetischen und entwicklungsbiologischen Forschung. Sie kann leicht in kleinen Gläschen mit einer Futtermischung aus zuckerhaltigen und kleieartigen Stoffen bei Zimmertemperatur gezüchtet werden. Bereits 24 Stunden nach der Begattung legt das Weibchen bis zu 400 Eier, die Larven verpuppen sich nach 3 – 5 Tagen und nach weiteren 3 – 11 Tagen schlüpfen die Imagines. Die Zellen von D.m enthalten nur vier Chromosomenpaare, die in den larvalen Speicheldrüsen besonders groß als Riesenchromosomen ausgebildet sind. Dadurch werden genetische Forschungen wesentlich vereinfacht. Durch Kreuzungsexperimente konnten Genkarten der Chromosomen erstellt werden. Viele Mutationen zeigen sich durch deutliche Farb- und Gestaltsänderungen (z.B. Augenfarbe, Flügelgröße, Borstenanordnung) und sind daher leicht zu analysieren. Die detaillierte Untersuchung von Mutationen, welche die frühe Embryonalentwicklung stören sowie die anschließende Isolierung und molekulare Funktionsanalyse der Entwicklungsgene machen D.m. zum molekular am besten untersuchten Organismus überhaupt. Im Jahr 2000 lag das komplette Genom von D.m. sequenziert vor.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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