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Kompaktlexikon der Biologie: Elefanten

Elefanten, Elephantidae, Fam. der Rüsseltiere (Proboscidea) mit zwei rezenten Arten, dem Afrikanischen Elefant (Loxodonta africana) mit auffallend großen Ohren und dem Asiatischen Elefant (Elephas maximus), der einen vergleichsweise kleineren Kopf und kleinere Ohren hat. ( vgl. Abb. ) Bekannteste fossile Art ist das Mammut. E. sind die größten Landsäugetiere. Ihr Aussehen ist unverwechselbar durch den langen beweglichen Rüssel, einer Verlängerung der Nase samt Oberlippe, sowie durch die ständig nachwachsenden, zu Stoßzähnen umgewandelten Schneidezähne. Der Rüssel dient den E. als Greiforgan, zum Abreißen und Ergreifen der Nahrung und zum Aufsaugen von Wasser, das dann ins Maul gespritzt wird; oder von Sand, mit dem sie ihre Haut besprühen oder bewerfen. Er kann aber auch als Waffe und als Ausdrucksmittel eingesetzt werden. Die säulenförmigen Beine der Elefanten haben marklose, besonders stabile Knochen; zudem wirkt ein dickes, gallertiges Sohlenpolster als Stoßdämpfer. Elefanten laufen im Passgang und sind Zehenspitzengänger. Ihr großer Schädel ist mit zahlreichen luftgefüllten Räumen eher leicht gebaut. Die 2-4 cm dicke Haut der E. ist besonders tastempfindlich und bei erwachsenen Tieren weitgehend haarlos; lediglich die Augenwimpern und die Haare der Schwanzquaste bleiben vom Haarkleid der neugeborenen Elefanten erhalten.

E. sind Herdentiere, die täglich 18-20 Stunden mit Nahrungsaufnahme (Gräser, Holz, Früchte, Wurzeln) zubringen, da sie ihre Nahrung sehr schlecht verwerten; etwa die Hälfte der aufgenommenen Nahrung verlässt den Körper wieder unverdaut.

Wissenschaftler haben kürzlich entdeckt, dass E. neben dem charakteristischen Trompeten, mit tiefen (für uns nicht hörbaren) Infraschalltönen kommunizieren. Einfache Warnsignale an Artgenossen werden durch Trampeln oder Stampfen mit den Füßen erzeugt und breiten sich als seismische Wellen über bis zu 50 km Entfernung aus.

Vor allem wegen der Stoßzähne, die seit alters her als „Elfenbein“ begehrt sind, sind beide Elefantenarten in ihren Beständen vom Aussterben bedroht. Zwar gibt es ein offizielles Handelsverbot für Elfenbein, doch werden viele Elefanten durch Wilddiebe erlegt. Zudem werden ihre Lebensräume immer weiter durch menschliche Nutzung eingeschränkt. Dies führt dazu, dass die E.-Populationen weitgehend auf Nationalparks zurückgedrängt werden, wo sie im Verhältnis zum zur Verfügung stehenden Raum so zahlreich sind, dass die Landschaftszerstörung durch sie überhand nimmt und ihre Bestände durch Abschuss reguliert werden müssen. – Afrikanische E. wurden durch die Karthager und die Römer als Last- und Arbeitstiere gezähmt, Asiatische E. werden seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. bis heute als Reit- und Arbeitstiere abgerichtet.



Elefanten: a Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana), b Asiatischer Elefant (Elephas maximus); die Abb. zeigt die Unterschiede in der Kopfform, der Größe und Form der Ohren sowie der Rüsselspitze

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Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

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Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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