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Kompaktlexikon der Biologie: Ephemeroptera

Ephemeroptera, Eintagsfliegen, Gruppe der Insekten mit über 2000 Arten, von denen 75 in Mitteleuropa leben. Die Imagines sind gelblich-graue, zarte Tiere von 2-40 mm Körperlänge. Die dicht geäderten Flügel sind in Ruhe über dem Rücken hochgeschlagen. Sie sind dreieckig, wobei die Hinterflügel immer kleiner sind und bei manchen Arten ganz fehlen. Charakteristisch sind die fadenförmigen Körperanhänge am 11. Hinterleibssegment, zwei seitliche Cerci und ein Mittelfaden ( vgl. Abb. ). Die Facettenaugen sind groß, bei manchen Arten besitzen die Männchen Doppelaugen. Die Mundwerkzeuge sind reduziert und funktionslos, denn es wird keine Nahrung aufgenommen. Der zum Vorder- und Enddarm hin verschlossene Mitteldarm wirkt durch Füllung mit Luft als Turgorskelett. Exkretionsorgane sind Malpighi-Schläuche. Die Lebensdauer der Imagines währt nur Stunden bis Tage, die für Paarung und Eiablage verwendet werden. Sie paaren sich im Flug, wobei die Männchen die Weibchen mit den vergrößerten Vorderbeinen ergreifen. Die Eier werden auf und unter Wasser abgelegt. Die Larven leben in stehenden und fließenden Gewässern. Sie haben fadenförmige Antennen und kauende Mundwerkzeuge. Die Larvalzeit dauert ein bis drei Jahre, in denen zehn bis 20 Häutungen stattfinden. Sie ernähren sich von Detritus und Pflanzenteilen oder als Filtrierer, selten räuberisch. Es gibt vier Lebensformtypen: grabende, schwimmende, kriechende und strömungsliebende Larven.



Ephemeroptera: Die Gemeine Eintagsfliege (Ephemera vulgata; untere Abb.) hat dunkelbraun gefleckte Flügel und fliegt oft in großen Schwärmen. Ihre Larven (obere Abb.) graben U-förmige Röhren im Uferbereich und im Boden besonders von Fließgewässern

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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