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Kompaktlexikon der Biologie: Ericaceae

Ericaceae, Heidekrautgewächse, Fam. der Ericales mit über 3300 Arten, die überwiegend auf sauren, rohhumusreichen Böden in nährstoffarmen Biotopen vorkommen wie Zwergstrauchheiden, Moore und Nadelwälder. Sie sind über die ganze Erde verbreitet, fehlen jedoch meist in den Tropen. Die Besiedelung extrem mineralstoffarmer Böden wird durch eine besondere Form der endotrophen Mykorrhiza (Ericaceen-Mykorrhiza) ermöglicht.

Die Vertreter der E. sind überwiegend niedrige Sträucher mit meist immergrünen, nadel- oder schuppenförmigen Blättern. Ihre vier- bis fünfzählige Blütenkrone trägt zwei Kreise von Staubblättern. Aus dem oberständigen Fruchtknoten entwickelt sich eine Kapsel, Steinfrucht oder Beere. Zu den besonderen Inhaltsstoffen der E. gehören verschiedene Polyphenolverbindungen.

Heimische Nutzpflanzen sind die Heidelbeere, Vaccinium myrtillus, ( vgl. Abb. ) und die Preiselbeere, Vaccinium vitis-idaea. Essbare Früchte haben auch einige Arten des Erdbeerbaumes, Arbutus. Als Heilpflanze wird die Bärentraube, Arctostaphylos uva-ursi, genutzt. Viele Arten der Gatt. Alpenrose, Rhododendron, und Heidekraut, Erica, werden als Zierpflanzen kultiviert. Die meist kleinblättrigen, Laub abwerfenden Rhododendron-Sträucher werden i.Allg. als Azaleen bezeichnet. Der giftige Sumpfporst, Ledum palustre, steht unter Naturschutz.



Ericaceae: a Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), fruchtender Zweig; b Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi), blühender Zweig; c Heidekraut (Calluna vulgaris), blühende Pflanze; d Sumpfporst (Ledum palustre), blühende Pflanze

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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