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Kompaktlexikon der Biologie: Flossen

Flossen, Pinnae, Gliedmaßen der Fische u.a. im Wasser lebender Wirbeltiere, die im Wesentlichen der Fortbewegung dienen. Bei den Fischen unterscheidet man: 1) Unpaare F., zu denen ein bis drei Rückenflossen (Pinnae dorsales) sowie eine hinter dem After ansetzende Analflosse gehören; beide dienen als Stabilisierungsorgan. Lachse (Salmoniformes) haben hinter der Rückenflosse noch eine Fettflosse. Zur Fortbewegung und als Steuerorgan dient in erster Linie die in drei Typen auftretende Schwanzflosse. Bei den ursprünglichen, heterozerken F. z.B. der Haie (Selachimorpha) und der Störe (Acipenseriformes) setzt sich die Wirbelsäule unter Abknickung bis in die Flossenspitze fort ( vgl. Abb. ). Die symmetrische, diphyzerke F. kommt bei den Lungenfischen (Dipnoi) vor; die Wirbelsäule endet in der Flossenmitte. Den homozerken Typ zeigen die meisten Knochenfische (Osteichthyes). Äußerlich ist er symmetrisch, im Innern jedoch ist die Wirbelsäule nach aufwärts gebogen. Zur Festigkeit der F. tragen bei der diphyzerken und der homozerken Form die Flossenstrahlen, bei der heterozerken F. die Hornstrahlen bei. Unter den Säugern haben z.B. die Wale und die Seekühe eine horizontal ausgebreitete Schwanzflosse (Extremitäten). 2) Paarige F. entsprechen den Extremitäten der Landwirbeltiere. Während die meist größeren Brustflossen (Pinnae thoracicae oder pectorales) eine annähernd konstante Lage einnehmen, können die Bauchflossen (Pinnae abdominales oder ventrales) eine Lageveränderung erfahren und bis an die Schulterregion vorgerückt sein. Die Bauchflossen der Knochenfische sind häufig reduziert. Bei Knorpelfischen tragen die Bauchflossen der Männchen das Begattungsorgan.



Flossen: 1 Anordnung der Flossen bei einem Knochenfisch (Flussbarsch); 2 verschiedene Typen der Schwanzflosse: a heterozerker Typ (Stör), b homozerker Typ (Lachs), c diphyzerker Typ (Dorsch)

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Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
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Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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