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Kompaktlexikon der Biologie: Gebiss

Gebiss, Dentition, die Gesamtheit der Zähne von Reptilien und Säugetieren. Das G. dient i.d.R. der Nahrungsaufnahme und der mechanischen Aufbereitung der Nahrung und ist zweckentsprechend differenziert. Bei erwachsenen placentalen Säugetieren sind ursprünglich 44 typisch gestaltete Zähne vorhanden, die sich wie folgt gliedern: drei Schneidezähne, ein Eckzahn, vier vordere und drei hintere Backenzähne pro Kieferhälfte. Die Anzahl der Zähne kann sekundär erhöht oder reduziert sein. Diesem Dauergebiss geht meist ein Milchgebiss voraus mit je drei Schneidezähnen, einem Eckzahn und vier Backenzähnen je Kieferhälfte. Bei einmaligem Zahnwechsel spricht man von einem diphyodonten G. (Mensch), bei fehlendem Zahnwechsel von einem monophyodonten G. (z.B. Delfine) und bei mehrfachem Zahnwechsel von einem polyphyodonten G. (Reptilia). Ein G. aus gleichen (nicht unbedingt gleich großen) Zähnen heißt isodont oder homodont (z.B. Reptilia), meist gruppenweise unterschiedliche Zähne kennzeichnen das heterodonte oder anisodonte G. In einem isognathen G. treffen obere und untere Zahnreihe exakt aufeinander, im anisognathen G. stehen die oberen Zähne weiter auseinander. Im labidodonten G. bilden die Schneidezähne eine „Kneifzange“ und im psalidonten G. eine Schere. Hinsichtlich der Funktion unterscheidet man Greifgebiss (Zahnwale, Robben), Rupfgebiss (Pferde, Kühe), Nagegebiss (Hasenartige und Nagetiere), Kaugebiss (Schweine, Affen), Quetschgebiss (Flusspferde), Scherengebiss (Insektenfresser) und Brechscherengebiss (Raubtiere). ( vgl. Abb. )



Gebiss: Gebisstypen verschiedener Säugetiere: a Raubtier, b Wiederkäuer, c Nager, d Menschenaffe, e Zahnwal

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Wissenschaftliche Fachberater:
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Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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