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Kompaktlexikon der Biologie: Geweih

Geweih, paarige Stirnwaffen der Hirsche (Cervidae), die außer bei den Rentieren, wo beide Geschlechter ein G. tragen, nur bei den Männchen vorkommen. G. wachsen als knöcherne Gebilde alljährlich aus zwei Knochenzapfen des Stirnbeins („Rosenstöcke“) neu aus. Während ihres Wachstums umgibt und ernährt sie eine stark durchblutete, behaarte Haut, die (hormonell ausgelöst) vor Beginn der Brunst als der so genannte Bast an Ästen abgescheuert („gefegt“) wird. Nach dem Abstreifen dieser Haut geschieht die Versorgung des G. mit Nährstoffen über feinste Blutgefäße, die das Knochengewebe durchziehen.

Beim Rothirsch erscheinen im Spätsommer des zweiten Lebensjahres zunächst zwei einfache G.-Stangen („Spießer“), die im Mai des Folgejahres abgeworfen werden. Anschließend wird ein Gabel-G. („Gabler“) oder Sechsergeweih („Sechsender“) entwickelt, das im folgenden Februar abfällt. Danach erfolgt regelmäßig die G.-Neubildung von März bis August („Fegezeit“) und Geweihabwurf („Hornung“) im Februar. Bei Damhirsch und Rehbock ist die Entwicklung ähnlich, mit leichten Variationen. Bei der hormonell gesteuerten G.-Bildung kann auch eine Stufe übersprungen werden oder eine Stufe zwei Jahre erhalten bleiben. G.-Missbildungen können durch Krankheit, Futtermangel oder Verletzung der Hoden („Perückengeweih“) entstehen.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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