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Kompaktlexikon der Biologie: Gifte

Gifte, Giftstoffe, Bez. für körperfremde Stoffe, die bei einen lebenden Organismus bereits in kleinen Mengen Funktionsstörungen hervorrufen und bei Überschreiten der letalen Dosis zum Tode führen (bei entsprechend hoher Dosis ist nahezu jede Substanz giftig). Die spezifische Wirkung eines Giftstoffes ist sowohl von seiner chemischen Konstitution als auch von der Dosis, von Art, Ort, Dauer, Häufigkeit und Zeit der Einwirkung sowie der Art der Aufnahme und seiner Verteilung im Organismus abhängig. Manche Substanzen werden erst nach Aufnahme in den Körper und Einschleusen in bestimmte Stoffwechselwege in G. umgewandelt (Giftung). Eine Reihe von G. kann durch Entgiftungsreaktionen abgebaut oder umgewandelt werden (Biotransformation) und dadurch unschädlich gemacht werden. Einfluss auf die Giftwirkung hat auch der individuelle Körperzustand. Der Umgang mit G. wird gesetzlich durch die Gefahrstoff-Verordnung, die Chemikalien-Verbotsverordnung, das Chemikaliengesetz und das Arzneimittelgesetz geregelt. Nach der Gefahrstoff-Verordnung werden Stoffe, von denen eine Vergiftungsgefahr ausgeht, aufgrund ihrer mittleren letalen Dosis (LD50) eingeteilt. Allg. erfolgt eine Einteilung der G. u.a. nach Art und Ort der Schädigung, nach chemischer Struktur, nach Herkunft oder nach ihrer Verwendung.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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