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Kompaktlexikon der Biologie: Herbizide

Herbizide, Unkrautvernichtungsmittel, überwiegend organische chemische Verbindungen, die der Bekämpfung von Wildpflanzen („Unkräuter“) dienen, die mit den Kulturpflanzen um Licht, Wasser, Nährstoffe und Lebensraum konkurrieren. H. werden entweder als Granulat oder in flüssiger Form zusammen mit Substanzen appliziert, die z.B. die Benetzung der Blätter und die Aufnahme in das Blattinnere der behandelten Pflanzen verbessern. H. können nach einer Reihe von Kriterien wie folgt klassifiziert werden:

Den Zeitpunkt der Behandlung betreffend, wird zwischen Vorsaat, Vorauflauf (vor dem Auftreten von Blättern an der Erdoberfläche) und Nachauflauf unterschieden. Dabei werden Blatt-H. über die Blätter, Boden-H. über die Wurzeln und Kontakt-H. über den Ort der jeweiligen Benetzung aufgenommen. Systemische H. gelangen anschließend über Xylem oder Phloem in die gesamte Pflanze, wohingegen nicht-systemische H. am Ursprungsort verbleiben. Schließlich können H. noch als Total-H. bezeichnet werden und jeglichen Pflanzenwuchs vernichten, oder aber es handelt sich um selektive H., die z.B. nur auf zweikeimblättrige krautige Pflanzen wirken, wohingegen einkeimblättrige Getreidearten unversehrt bleiben.

H. bewirken das Absterben von Pflanzen, indem sie z.B. den fotosynthetischen Elektronenfluss bzw. die Atmung hemmen oder aber bestimmte Biosynthesewege von aromatischen Aminosäuren, Carotinoiden oder Lipiden beeinträchtigen. Manche H. wirken auch auf den Stoffwechsel bestimmter Pflanzenhormone und führen z.B. zum Blattabwurf (Abscission) ( vgl. Tab. ).



Herbizide: Herbizidstrukturen und Wirkorte

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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