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Kompaktlexikon der Biologie: Hymenoptera

Hymenoptera, Hautflügler, Taxon der Insekten (Insecta) mit etwa 115000 Arten, von denen 11500 in Mitteleuropa vorkomen. H. sind 0,25 bis maximal 60 mm lang, mit Flügelspannweiten von 1 mm (Erzwespen, die kleinsten geflügelten Insekten) bis 110 mm. Die Mundgliedmaßen zeigen viele Variationen von beißend bis leckend-saugend. Als Autapomorphie wird der Labiomaxillarkomplex angesehen, der aus Cardo und Stipes der ersten Maxille, die über eine Membran mit dem Postmentum des Labiums verbunden sind, gebildet wird. Ebenfalls Autapomorphien sind die modifizierte Aderung der Flügel und die Kopplung von Vorderflügel und Hinterflügel, indem der am hinteren Rand umgebogene Vorderflügel in eine Reihe mit häkchenförmigen Borsten (Hamuli) des Hinterflügels greift. Einige Arten sind zeitweise oder überhaupt flügellos.

Der erste Hinterleibsring ist mit dem Metathorax verschmolzen und somit in den Bau des Brustabschnitts einbezogen und schließt diesen nach hinten ab (Autapomorphie). Die Wespentaille der Apocrita befindet sich zwischen dem ersten und zweiten Abdominalsegment. Der Hinterleib (Abdomen) ist gepanzert, Tergite und Sternite liegen schuppenartig übereinander (Autapomorphie). Die Weibchen besitzen am Hinterleibsende einen Stachelapparat, der bei den Pflanzenwespen und den Legewespen als Legestachel und bei den Stechwespen (Aculeata) als Wehrstachel dient.

Alle H. legen Eier, deren Zahl pro Weibchen von einigen wenigen bis zu mehreren Mio. variiert. Die Entwicklung ist eine vollkommene Verwandlung (Holometabolie, Metamorphose). Männchen entwickeln sich parthenogenetisch aus unbefruchteten, haploiden Eiern (Autapomorphie), die Weibchen aus befruchteten, diploiden Eiern. – Die meisten Arten der H. sind einzeln lebend (solitär), bei Bienen, Faltenwespen und allen Ameisen gibt es Staatenbildung. Man unterscheidet zwei größere Subtaxa, die Pflanzenwespen (Symphyta) als paraphyletische Gruppe und die (monophyletischen) Apocrita.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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