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Kompaktlexikon der Biologie: Kamele

Kamele, Camelidae, Fam. der Paarhufer (Artiodactyla) mit zwei Gattungen und insgesamt vier Arten sowie drei Haustierformen (Hauskamel, Lama und Alpaka). Die Gatt. Großkamele oder Eigentliche K. (Camelus) umfasst zwei Arten und das Hauskamel. Großkamele sind langbeinig und haben einen langen Hals sowie ein dichtes und wolliges Haarkleid. Ihre Nasenlöcher sind verschließbar. Sie sind Pflanzenfresser und haben einen vierteiligen Magen, der vergleichbar dem Magen der Wiederkäuer funktioniert, sich aber dennoch von diesem unterscheidet. Typische Fortbewegungsart ist der Passgang. K. treten nur mit zwei Zehen (der dritten und vierten) auf. Unter diesen befindet sich eine dicke federnde Schwiele, die den Fuß polstert. Weiteres charakteristisches Kennzeichen ist ihr aus Fettgewebe bestehender Rückenhöcker, der als Energiespeicher für Hungerzeiten dient. Die Annahme, dass er auch als Wasserreservoir dient (bei der Fettsäureoxidation wird Wasser frei), hat sich nicht bestätigt. Bei beiden Arten werden zwei Rückenhöcker angelegt, beim Dromedar wird nur der hintere voll entwickelt, daher hat es scheinbar nur einen Höcker. Die Wildform des Zweihöckrigen Kamels (Trampeltier, Camelus bactrianus) lebt in kleinen Beständen noch in Trockenregionen Innerasiens. Von ihm stammt das vermutlich seit dem vierten Jahrtausend v.Chr. domestizierte Hauskamel ab. Das Dromedar (Camelus dromedarius) kommt heute nur noch in der domestizierten Form vor. Die zweite Gatt. der K. sind die Südamerikan. Schwielensohler oder Lamas (Gatt. Lama).

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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