Direkt zum Inhalt

Kompaktlexikon der Biologie: Magersucht

Magersucht, Anorexie, 1) allg. die Folge einer unzureichenden Ernährung mit starkem Untergewicht, die auf Unterernährung oder psychische bzw. körperliche Krankheiten zurückgeführt werden kann.

2) als Anorexia nervosa eine Sonderform, der M. die vor allem bei Mädchen (zunehmend aber auch bei Jungen) in der Pubertät auftritt, und oft Ausdruck einer mit dem allg. Reifungsprozess verbundenen Angst vor dem Erwachsenwerden und der Übernahme der Geschlechtsrolle ist, oft noch verstärkt durch das zurzeit herrschende extrem schlanke Schönheitsideal sowie durch Spannungen im Elternhaus, für die der/die Magersüchtige sozusagen als „Blitzableiter“ dient. Symptome sind eine extreme und irreale Angst vor Übergewicht, verbunden mit einem gestörten Körperschema sowie abnormem Essverhalten, das häufig zu starker Gewichtsabnahme mit Ausbleiben der Menstruation und massiven Stoffwechselstörungen führt. Charakteristisch ist die fehlende Krankheitseinsicht, die den Wunsch abzumagern selbst dann weiter bestehen lässt, wenn die Folgen für den Körper lebensbedrohlich werden. Die Behandlung ist meist verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch und muss fast immer, zumindest zu Anfang, stationär durchgeführt werden.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

Partnerinhalte