Direkt zum Inhalt

Kompaktlexikon der Biologie: Medinawurm

Medinawurm, Dracunculus medinensis, in den warmen Gebieten der Erde lebender Fadenwurm (Nematoda), der beim Menschen parasitiert. Die 5 – 120 cm langen Weibchen leben im Unterhautgewebe von Körperpartien, die häufig mit Wasser in Berührung kommen. Sie verursachen dort ein blasiges, stark juckendes Geschwür, das durch Kratzen aufreißt. Bei Kontakt mit Wasser streckt das Weibchen sein Vorderende ins Freie und entlässt Tausende winziger juveniler Stadien ins Wasser. Im Körper von Ruderfußkrebsen (Copepoda) der Gatt. Cyclops entwickeln sie sich zur infektiösen Dauerlarve. Wird der Ruderfußkrebs mit Trinkwasser verschluckt, bohren sich die jungen M. durch die Darmwand in die Lymphbahnen, häuten sich in der Brust- und Bauchhöhle zweimal, kopulieren, und die Weibchen wandern ins Unterhautgewebe; die Männchen sterben nach der Kopulation. Die aus dem Geschwür herausragenden Weibchen werden mechanisch durch Aufwickeln auf ein Holzstäbchen entfernt, außerdem wird chemotherapeutisch behandelt. Zur Vorbeugung muss das Wasser gefiltert oder abgekocht werden.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

Partnerinhalte