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Kompaktlexikon der Biologie: Oligochaeta

Oligochaeta, Wenigborster, Taxon der Clitellata mit rund 6700 Arten, die überwiegend im Süßwasser und auf dem Land leben. Die Mehrzahl ernährt sich von Substraten, die reich an Detritus, Pilzen, Bacillariophyceen und Bakterien sind, viele fressen außerdem Pflanzenteile. O. tragen entscheidend zur Zersetzung der Pflanzenstreu bei. Nur wenige Arten sind Filtrierer, Räuber, Aasfresser oder Ektoparasiten. Charakteristisch für die O. ist der gleichförmige Habitus mit gleichartigen, ringförmigen Segmenten und nur wenigen Borsten (Name!). Zu den O. gehören u.a. die Enchytraeida, die häufigsten einheimischen Oligochaeten; viele von Ihnen gehören zu Lebensgemeinschaften der Zersetzer in Böden. Zahlreiche landlebende und größere Arten umfasst das Taxon Lumbricida (Regenwürmer), deren größte Art, der australische Riesenregenwurm (Megascolides australis), bis 3 m lang wird. Bekannteste Art bei uns ist der Regenwurm (Lumbricus terrestris). Überwiegend auf den Baikalsee beschränkt sind die vorwiegend aquatisch lebenden Lumbriculida. Als Ektoparasiten leben die rund 150 Arten der Branchiobdellida auf der Körperoberfläche und den Kiemen von dekapoden Süßwasserkrebsen. Bekannteste Art der weltweit in Süßgewässern und Meeren verbreiteten Tubificida ist bei uns Tubifex tubifex.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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