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Kompaktlexikon der Biologie: Patellarsehnenreflex

Patellarsehnenreflex, Kniesehnenreflex, ein Reflex, der z.B. durch einen Schlag auf die Patellarsehne unterhalb der Kniescheibe ausgelöst werden kann und eine Streckung des angewinkelten Beins bewirkt. Durch die Dehnung der Patellarsehne werden auch der große vierköpfige Streckmuskel (Musculus quadriceps) am Oberschenkel ruckartig gedehnt und die entsprechenden Muskelspindeln erregt. Über von diesen abgehende afferente Nervenbahnen, die Ia-Fasern, erreicht die Erregung die im Rückenmark gelegene einzige Schaltstelle (monosynaptischer Reflex); dort wird sie auf die efferente Bahn, die α-Motoneuronen, übertragen. Über diese Nervenbahnen kehrt die Erregung zum Musculus quadriceps (Eigenreflex) zurück und veranlasst ihn zur Kontraktion. Zudem findet im Rückenmark auch eine Erregungsübertragung auf die zu den Antagonisten (Musculus semimembranosus, Musculus semitendinosus) führenden Nervenbahnen statt, sodass diese gehemmt werden. Der P. hat zusammen mit dem Achillessehnenreflex die Funktion, beim Aufspringen auf den Boden (Dehnung der Streckmuskulatur) die Streckmuskeln reflektorisch zu kontrahieren und das Gewicht des Körpers aufzufangen.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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