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Kompaktlexikon der Biologie: Peroxisomen

Peroxisomen, Microbodies, die in allen eukaryotischen Zellen vorhandenen, 0,2 – 1,5 μm großen und von nur einer Membran umgebenen Vesikel. Ihre evolutionäre Entstehung ist unklar, da sie im Unterschied zu Lysosomen nicht durch Abschnürungen des Endomembransystems, sondern nur durch Teilung bereits bestehender P. gebildet werden. Ihren Namen verdanken sie dem Enzym Katalase, das cytotoxisches Wasserstoffperoxid unter Bildung von Wasser zu molekularem Sauerstoff umsetzt. Als Kompartiment der Zelle nehmen sie je nach Zelltyp unterschiedliche Aufgaben wahr. In Pflanzenzellen sind sie an der Fotorespiration und am Abbau von Fettsäuren (Glyoxysomen) beteiligt. In tierischen Zellen haben P. verschiedene Aufgaben. In Leberzellen wird Cholesterol zu Gallensäuren oxidiert, wobei ein Schritt dieses Stoffwechselweges in den P. lokalisiert ist. Bei Insekten der Gattungen Lampyrus und Photinus („Glühwürmchen“) ist das Enzym Luciferase in den P. enthalten (Luciferin-Luciferase-System). Eine besondere Form der P. sind die Hydrogenosomen von Flagellaten der Gattung Trypanosoma, zu denen der Erreger der Schlafkrankheit zählt. Sie enthalten zahlreiche Enzyme der Glykolyse, wenn die Tiere im Blut ihres Wirtes vorhanden sind.

Fehler im Fettsäureabbau der P. machen sich beim Menschen als rezessive Erbkrankeiten bemerkbar, da das Auftreten von langkettigen Fettsäuren in großen Mengen Schädigungen von Gehirn und Leber hervorruft.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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