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Kompaktlexikon der Biologie: Plasmodesmen

Plasmodesmen, Plasodesmata, Einzahl: Plasmodesmos, die bei Pflanzen vorkommenden Zell-Zell-Verbindungen, die als cytoplasmatische Kanäle mit einem Durchmesser von 30 – 50 nm den Stoffaustausch und die Kommunikation zwischen einzelnen Zellen vermitteln. Zwischen einzelnen Pflanzenzellen können mehrere Tausend P. vorhanden sein. Aufgrund von P. kann der Symplast vom Apoplast abgegrenzt werden. Während der Evolution der Pflanzen wurden P. offenbar früh entwickelt; bereits die Zellen der Grünalge Volvox sind durch Plasmabrücken miteinander verbunden.

P. werden von der Plasmamembran ausgekleidet und sind von dem so genannten Desmotubulus durchzogen, bei dem es sich um einen Strang des endoplasmatischen Reticulums handelt. Durch ihn wird der cytoplasmatische Bereich, der für die Diffusion von gelösten Stoffen zur Verfügung steht, auf einen schmalen Ring eingeengt. Dennoch können auch relativ große Moleküle passieren, sogar manche Pflanzenviren wie der Tabakmosaikvirus verbreiten sich innerhalb der Pflanze über P.

Bei Zellteilungen bleiben P. bestehen und verbinden dann die Tochterzellen miteinander. Sie können aber auch wie z.B. bei der Pfropfung neu ausgebildet werden. Eine Ausnahme bilden die Schließzellen der Blätter, die im ausgewachsenen Zustand keine P. besitzen. (Tüpfel)

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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