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Kompaktlexikon der Biologie: Plastiden-DNA

Plastiden-DNA, Abk. ptDNA, Plastom, das Genom von Plastiden, das bei höheren Pflanzen für ca. 120 Gene, bei einigen Algen für mehr als 200 Gene codiert. Bereits 1909 wurde von C. Correns und E. Baur aufgrund von Beobachtungen geschlossen, dass Plastiden über genetisches Material verfügen müssen, weil bestimmte Mutationen, die die Chloroplasten betrafen, nicht den Mendel-Regeln folgten (Panaschierung).

Die P. – D. ist wie die DNA der Mitochondrien doppelsträngig und ringförmig und zwischen 120000 und 190000 Basenpaare groß. Sie können in bis zu mehreren Hundert Kopien pro Plastid vorkommen. Gene, die in der P. – D. vorkommen, sind u.a. Gene der Fotosysteme, Gene für ribosomale und transfer-RNAs, Cytochrome, die ATP-Synthase sowie die große Untereinheit des Enzyms Ribulose-1,5-bisphosphat-Carboxylase/Oxygenase. Die Replikation der P. – D. erfolgt semikonservativ. Die Transkription erfolgt durch eine plastidär codierte RNA-Polymerase, wobei bei einigen Genen Introns vorhanden sind, die durch Spleißen entfernt werden müssen. Für P. – D. typisch ist auch die so genannte RNA-Editierung, bei der sekundäre Veränderungen an der prä-mRNA vorgenommen werden.

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Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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