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Kompaktlexikon der Biologie: Plecoptera

Plecoptera, Steinfliegen, Taxon der Insecta mit rund 2000 Arten, von denen 115 in Mitteleuropa vorkommen. Der je nach Art 3 mm bis 5 cm große, schlanke, meist dunkel gefärbte, unbehaarte Körper der Imagines zeigt die typische Dreigliederung der Insekten: Am meist dreieckig abgeplatteten Kopf sind zwischen den seitlich stehenden, großen Komplexaugen drei Punktaugen im Dreieck angeordnet. Die langen, fadenförmigen Fühler bestehen aus 50 bis 100 Gliedern. Die an Mittel- und Hinterbrust eingelenkten zwei Paar Flügel werden in der Ruhe flach über den Hinterleib gelegt und überragen ihn. Eine Art besitzt kurzflügelige und langflügelige Männchen. Von den elf Hinterleibssegmenten ist der Rest des ersten mit der Hinterbrust verschmolzen; zum letzten gehören stets zwei unterschiedlich lange Cerci. Die weiblichen Geschlechtsöffnungen liegen bauchseits im achten Hinterleibssegment, die oft kompliziert gebauten männlichen Begattungsorgane zwischen dem neunten und zehnten Hinterleibssegment. Einige Stunden bis Tage nach der in Wassernähe stattfindenden Kopulation werden die zunächst in Klumpen am Hinterleib des Weibchens hängenden Eier ins Wasser abgelegt. Die sich je nach Art in einem bis drei Jahren hemimetabol (maximal 20 bis 30 Häutungen) im Wasser entwickelnden Larven ernähren sich räuberisch oder von Pflanzen. Die kleineren Arten und die jungen Stadien der sehr sauerstoffbedürftigen Larven kommen mit Hautatmung aus; viele große und mittelgroße Arten besitzen faden-, fächer- oder büschelförmige Tracheenkiemen am Hinterleib und/oder an der Brust. Ihre Lebensräume sind vor allem stark strömende, kalte, sauerstoffreiche Gewässer. Das letzte Larvenstadium verlässt zur Häutung das Wasser. Die Steinfliegen-Larven bilden als Nahrung vor allem für Fische ein wichtiges Glied in der Nahrungskette der Gewässer.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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