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Kompaktlexikon der Biologie: Pupillenreflex

Pupillenreflex, Pupillenreaktion, einer der Mechanismen, der den Lichteinfall auf die Sehzellen der Netzhaut durch Vergrößerung oder Verkleinerung der Pupille reguliert, eine vor allem für kurzfristige Leuchtdichteänderungen wichtige Reaktion. Bei Fischen und Amphibien geht sie von der lichtempfindlichen Iris aus, bei Säugern, Vögeln und Reptilien wird die Pupillenreaktion reflektorisch durch Reizung der Netzhaut ausgelöst. Bei den Säugern genügt es, eine Netzhaut zu beleuchten, um bei beiden Augen (infolge der sich überkreuzenden Sehbahnen im Chiasma opticum) eine Pupillenverkleinerung gleichen Ausmaßes zu erreichen (konsensuelle Pupillenreaktion). Die Pupille kann beim Menschen, ausgehend von der Maximalfläche, auf 1/16 reduziert werden, und damit auch die Beleuchtungsstärke auf der Netzhaut. Durch eine Verengung der Pupille werden zudem die Randstrahlen abgeblendet, wodurch ein schärferes Bild entsteht (Verringerung der sphärischen Aberration) und eine größere Schärfentiefe erreicht wird. Die Einstellung des Auges auf Nahsehen (Akkommodation) ist ebenfalls mit einer Verkleinerung der Pupillenweite verbunden (Konvergenzreaktion).

Neben Veränderungen der Pupillengröße durch unterschiedliche Lichteinstrahlung führen auch emotionale Prozesse zu willentlich nicht steuerbaren Größenveränderungen. Positiv bewertete visuelle Reize haben Pupillenerweiterung, negativ eingestufte dagegen Pupillenverengung zur Folge. (Auge, Hell-Dunkel-Adaptation)

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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