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Kompaktlexikon der Biologie: Puppe

Puppe, Pupa, Chrysalide, Chrysalis, das Ruhe- und Umbaustadium der Holometabola unter den Insekten (Insecta). Es ist das Stadium zwischen der letzten Larve und der Imago, in dem keine Nahrungsaufnahme mehr stattfindet. Hier treten auch zum ersten Mal imaginale Flügelanlagen auf, die bei den Larven nur im Körperinnern als Imaginalscheiben vorhanden waren. Kurz vor einer Verpuppung ist die Larve oft bereits puppenähnlich (Propupa, Semipupa). Häufig wird von der Larve ein Puppenkokon aus Gespinstfäden oder aus dem Substrat der Umgebung hergestellt. Bei Schmetterlingen (Lepidoptera) befestigt die Puppe sich mit einem Gespinstfaden als Gürtelpuppe (Pupa cingulata, Pupa succinata; bei allen Schwalbenschwänzen, Weißlingen) oder als Sturzpuppe (Stürzpuppe, Pupa suspensa; bei Augenfaltern, Eckenfaltern) an einer Unterlage. Oft treten puppeneigene Organe auf, wie der Cremaster am Hinterleibsende der Schmetterlingspuppen, die sich in einem Kokon befinden. Man unterscheidet folgende Puppentypen: 1) Pupa dectica mit stark sklerotisierten beweglichen Mandibeln, die der Öffnung eines Kokons dienen; die gesamte Puppe ist wegen frei abstehender Extremitäten und Flügelanlagen sehr beweglich; bei Köcherfliegen, Netzflüglern, Kamelhalsfliegen, Schlammfliegen, Skorpionsfliegen und ursprünglichen Schmetterlingen (Zeugloptera). 2) Pupa adectica ohne frei bewegliche Mandibeln; hierher gehören alle übrigen Puppentypen, die ihrerseits noch unterteilt werden in a) Pupa exarata, Beine und Flügel sind nicht sklerotisiert und frei hängend, a.1) Pupa libera, hierher vor allem die Puppen der Käfer und der meisten Hautflügler; a.2) eine Sonderform der Pupa exarata ist die Tönnchenpuppe der cyclorrhaphen Zweiflügler, die dadurch entsteht, dass das letzte Larvenstadium in der aufgeblähten Haut des vorletzten verbleibt und sich dann darin verpuppt. Dabei wird diese vorletzte Larvenhaut zusammen mit der letzten puparisiert (nicht bei Drosophila), d.h., es werden in ihr Pigment und Harnsäurekonkremente abgelagert. Die eigentliche Puppe ist dann von zwei Häuten (Exuvien) umschlossen. Dieses Puparium heißt Puparium coarctata. b) Pupa obtecta (Mumienpuppen, bedeckte Puppen), bei diesem Typ sind die Extremitäten, Mundteile und Flügelscheiden fest mit der Puppenhaut verwachsen; diese ist in der Regel stark sklerotisiert und gefärbt; nur der Hinterleib ist gut beweglich; vor allem bei Schmetterlingen, den Nematocera und vielen Brachycera sowie einigen Käfern (Kurzflügler). Häutung, Metamorphose

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Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
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Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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