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Kompaktlexikon der Biologie: Reich

Reich, Regnum, höchste Kategorie der biologischen Klassifikation. Wie bei allen anderen supraspezifischen Kategorien der Klassifikation gibt es keine absoluten Kriterien für die Zuweisung der Kategorie „Reich“. Deshalb gibt es sehr unterschiedliche Systemvorschläge, im Extremfall die Zusammenfassung aller Lebewesen in einem einzigen Reich Bionta. Lange Zeit teilte man die Lebewesen ein in die beiden Reiche Plantae (Pflanzen) und Animalia (Tiere). Im Bereich der einzelligen Algen und anderer Einzeller gab es aber Probleme mit der Zuordnung, bzw. es gab Überschneidungsbereiche. Ebenfalls nur zwei Reiche, jedoch ohne Überschneidungen, gibt es bei der Einteilung in Protista (Einzeller und Einzellerkolonien) und Histonia (echte Mehrzeller) oder in Prokaryota (Bakterien und Cyanobakterien) und Eukaryota. In Linnés „Systema naturae“ gab es drei Reiche: Regnum lapideum (Reich der Steine; „Steine wachsen“) Regnum vegetabile (Regnum plantarum; Pflanzen-Reich: „Pflanzen wachsen und leben“), Regnum animale (Regnum animalium; Tier-Reich: „Tiere wachsen, leben und empfinden“). Owen (1860) und E. Haeckel (1866) teilten die Lebewesen (Bionta) in Einzeller (Protista), Pflanzen (Plantae) und Tiere (Animalia) ein.

Vor allem im englischsprachigen Bereich hat sich ein System mit fünf Reichen (Five-kingdom-system) eingebürgert: die Monera als einziges Reich der Prokaryota (gegebenenfalls die Viren als zweites Reich), und innerhalb der bisweilen sogar als „Super-Reich“ bezeichneten Eukaryota folgende vier Reiche: Protista, neuerdings auch Protoctista genannt, zur eindeutigen Kennzeichnung gegenüber den prokaryotischen Einzellern (pflanzliche und tierische Einzeller einschließlich der Einzeller-Kolonien und Tange), Fungi (mehrzellige Pilze), Plantae (Metaphyta: Moose bis Samenpflanzen) und Animalia (Metazoa: mehrzellige Tiere).

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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