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Kompaktlexikon der Biologie: Schistosoma

Schistosoma, Pärchenegel, zu den Digenea gehörende Gatt. der Plathelminthes, deren Arten als Parasiten in Blutgefäßen auch des Menschen (Endwirt) leben und dabei, je nach Befallsort, verschiedene Formen der Bilharziose (Schistosomiasis) verursachen. Der sich ausschließlich von Blut ernährende S. mansoni (Zentral- und Südostafrika, Ost- und Zentral-Südamerika), der Erreger der Leber- und Darm-Bilharziose, lebt als Adultform im Pfortadersystem und den Mesenterialvenen des Menschen. Das Männchen bildet eine Bauchtasche, in der das Weibchen liegt. Die Eier haben einen scharfen Stachel, sie dehnen das Endothel der Blutgefäße, insbesondere des Dickdarms, und ritzen es an. Die Eier gelangen durch die Gefäßwand in den Enddarm und werden mit dem Kot ausgeschieden. ( vgl. Abb. ) Kommen die Eier ins Wasser, so schlüpfen bereits nach wenigen Minuten bis Stunden die Miracidien; diese befallen Wasserschnecken (Gatt. Biomphalaria), in denen Mutter- und Tochtersporocysten und dann Gabelschwanzcercarien heranwachsen. Diese verlassen die Schnecken durch die Atemhöhle und suchen direkt den Endwirt auf, wobei chemische und Lichtreize eine Rolle für die Wirtsfindung spielen. Beim Eindringen durch die Haut wird der Schwanz abgeworfen. Die adulten Würmer dringen in Blutgefäße des Unterhautgewebes ein, durchlaufen Wachstumsphasen in Haut und Lunge und paaren sich im Pfortadersystem; die Weibchen werden erst nach der Paarung geschlechtsreif. In den Blutgefäßen der Blasenwand und des Urogenitalsystems lebt die Art S. haematobium (tropisches Afrika), die Erreger der Blasen-Bilharziose ist, S. japonicum (Südostasien) und S. intercalatum (Zentralafrika) befallen Blutgefäße des Darms. Die Bilharziose ist nach Malaria die bedeutendste Krankheit in warmen Ländern.



Schistosoma: Entwicklungszyklus von Schistosoma mansoni

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Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

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Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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