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Kompaktlexikon der Biologie: Schock

Schock, i.e.S. Kreislaufschock, akute Störung der Kapillardurchblutung mit verminderter Sauerstoffversorgung des Gewebes. Dies führt zu Gewebsschäden (Nekrosen) in Leber, Niere (Schockniere), Lunge (Schocklunge), Gehirn und Herz. Ursachen können sein: akute Gefäßerweiterung (z.B. durch Vagusreiz), Volumenmangel (z.B. durch Blutverlust, exzessives Erbrechen oder Durchfälle), Pumpenversagen des Herzens (z.B. durch Herzinfarkt), eine Blutvergiftung (septischer Schock) sowie allergische Reaktionen (anaphylaktischer Schock, Anaphylaxie). Als Folge des Kreislaufversagens wird, um die Versorgung von Herz und Gehirn aufrechtzuerhalten, die zirkulierende Blutmenge auf diese Organe umverteilt (Zentralisation). Das minderversorgte Gewebe versucht, den Energiebedarf zunächst durch Glykolyse zu decken. Hierdurch entsteht unter anderem vermehrt Lactat (Milchsäure) und somit eine metabolische Acidose. Es kommt zum Verlust der intravasalen Flüssigkeitsmenge, damit zur Bluteindickung (Sludge-Phänomen) und zur Ausbildung von Mikrothromben. In den betroffenen Organen und auf der Haut können Gewebsnekrosen entstehen, die mitunter zum Versagen des jeweiligen Organs führen. Klinische Symptome sind: blasse Haut, Kaltschweißigkeit, schwacher Pulsschlag, Brechreiz, Blutdruckabfall. Die Therapie erfolgt vor allem durch Volumensubstitution, z.B. Blut (Blutersatzflüssigkeit; außer bei Herzversagen), um das zirkulierende Volumen zu erhöhen, Blutdruck steigernde Mittel, Ausgleich der Acidose durch spezielle Blutpuffer, Heparin zur Auflösung der Mikrothromben, Sauerstoffzufuhr.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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