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Kompaktlexikon der Biologie: Selachimorpha

Selachimorpha, Pleurotremata, Haie, etwa 30 Fam. mit rund 360 Arten meist spindelförmiger Raubfische mit fünf bis sieben seitlichen Kiemenspalten und mit unterständigem Maul. Die Schwanzflosse ist im oberen Teil gewöhnlich verlängert, die Haut ist rau durch Plakoidschuppen. Die meist scharfen, dreieckigen Zähne sind in mehreren Reihen in den Kiefern angeordnet und wachsen von innen dauernd nach. Wichtigstes Sinnesorgan ist die Nase, die vor dem Maul auf der Kopfunterseite liegt. Die oft kleinen Augen sind mit Lidern verschließbar. Haie sind vor allem in den Meeren verbreitet, wenige Arten leben auch im Süßwasser (Braunhaie, Carcharhinus). Sie sind bis auf wenige Ausnahmen (Walhai, Riesenhai) räuberisch. Die Eizellen werden im Körperinneren befruchtet, wo sich auch bei vielen Arten die Embryonen in großen, von einer hornigen Schale umhüllten, dotterreichen Eiern entwickeln, sodass Ovoviviparie (neben Oviparie) häufig vorkommt; einige Arten sind vivipar und ernähren den Keim auf verschiedene Weise, manche bilden eine Dottersackplacenta.

Zu den S. gehören u.a. folgende Fam.: Ammenhaie (Orectolobidae) mit meist kleinen, in Küstengewässern lebenden Formen, die auf jeder Kopfseite einen Bartfaden tragende Nasolabialgruben besitzen. Drescherhaie (Alopiidae), Carcharhinidae, Cetorhinidae, u.a. mit der einzigen Art Riesenhai (Cetorhinus), Grauhaie (Hexanchidae), Makrelenhaie (Isuridae) mit dem Weißhai, Sägehaie (Pristiophoridae) mit zu einer „Säge“ verlängertem Oberkiefer, Katzenhaie (Scyliorhinidae), die Fam. Hammerhaie (Sphyrnidae), mit charakteristisch hammerartig verbreitertem Kopf, an dem die Augen bis zu 1 m Abstand haben können, weiterhin die Dornhaie (Squalidae) und die rochenähnlichen, bis über 2 m langen Meerengel (Squatinidae) sowie die Fam. Rhincodontidae mit dem Walhai sowie einer erst kürzlich entdeckten Art.

Haie sind seit dem Devon (Cladoselache) und Karbon bekannt (Xenacanthus); die damals lebenden Haie hatten bereits ein Knorpelskelett und waren Raubfische, die im Süßwasser lebten. Erst seit der Trias besiedelten sie auch das Meer. Die rezenten S. werden mit den Rochen (Batidoidimorpha) zu den Elasmobranchii zusammengefasst.

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Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
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Dr. Daniel Dreesmann

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Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
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Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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