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Kompaktlexikon der Biologie: Sexualverhalten

Sexualverhalten, Paarungsverhalten, zusammenfassende Bez. für alle Verhaltensweisen, die zur Fortpflanzung zwischen zwei geschlechtsverschiedenen Individuen führen und durch Neukombination der Gene der Arterhaltung dienen. Bei Tieren kann man das S. in verschiedene Stufen untergliedern: die Partnersuche, die Partnerwahl (Balz) und die Kopulation (Begattung). Bei der Balz läuft i.d.R. ein komplexes, artspezifisches Ritual ab, das aus einer ganzen Reihe von Erbkoordinationen besteht, die durch die jeweilige Reaktion des Partners in Gang gesetzt werden. Häufig besteht dann für eines oder beide Geschlechter die Möglichkeit, aus verschiedenen Partnern denjenigen auszuwählen, der die größte genetische Fitness zu haben scheint. Dies bezeichnet man als sexuelle Selektion. Je nach Elternaufwand bei der Aufzucht der Jungen gibt es sehr unterschiedliche Paarbeziehungen zwischen Männchen und Weibchen. Ist der Elternaufwand gering, kommt es zu keiner starken Paarbindung, diese Arten paaren sich promiskuitiv. Bei höherem Elternaufwand kommt es entweder zu stabilen polygamen Beziehungen, bei denen sich meist ein Männchen mit mehreren Weibchen verpaart oder zu einem monogamen Paarungssystem mit nur jeweils einem männlichen und einem weiblichen Partner. Den Abschluss des S. bildet entweder eine Paarung genannte Abgabe der Geschlechtszellen ins Wasser und anschließende äußere Befruchtung oder die Kopulation. Letztere setzt bestimmte Begattungsorgane voraus. Das meist als Penis bezeichnete Organ des Männchens wird dabei in die Scheide (Vagina) des Weibchens eingeführt und es erfolgt durch Abgabe der männlichen Spermien oder einer Spermatophore eine innere Befruchtung.

Das S. des Menschen ist nicht ausschließlich an die Fortpflanzung gebunden und hat, wie auch bei manchen höher entwickelten Säugetieren, eine stark Partner bindende Funktion. (Geschlechtsverkehr, Sexualität, Essay: Biologische Wurzeln im Sexualverhalten des Menschen)

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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