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Kompaktlexikon der Biologie: Simuliidae

Simuliidae, Kriebelmücken, Gnitzen, zu den Diptera gehörende Fam. mit insgesamt rund 1500, in Mitteleuropa ca. 70 Arten. Die Kriebelmücken sind von gedrungener, fliegenähnlicher Gestalt, überwiegend schwarz gefärbt und je nach Art 2 – 6 mm groß. Die kurzen Fühler bestehen aus neun bis elf Gliedern, die Komplexaugen stoßen nur bei den Männchen an der Stirnregion zusammen. Der Brustabschnitt ist stark gewölbt und trägt ein paar Flügel, die in Ruhe dachförmig über den Hinterleib gelegt werden. Die Männchen der meisten Arten ernähren sich von Pflanzensäften und Nektar; die Weibchen fast aller Arten ernähren sich von Säugetierblut und besitzen kurze, kräftige, borstenförmige Stechrüssel. Mit den Mandibeln wird eine flächige Wunde erzeugt, aus der das austretende Blut aufgesogen wird.

Ein injiziertes Speichelsekret anästhesiert die Einstichstelle und verhindert die Blutgerinnung. Es ist zudem giftig und führt zu Schwellungen, Blutergüssen und starken Schmerzen. Befallenes Vieh kann innerhalb weniger Stunden an Erstickungsanfällen sterben. Da beim Stich vielfach Histamin abgegeben wird, kann es beim Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen kommen. Besonders in tropischen Gebieten Westafrikas und Amerikas können S. als Zwischenwirt die Filarien eines parasitischen Fadenwurms (Onchocerca) übertragen, der beim Menschen die Onchocercose (Flussblindheit) verursacht. Die Larven leben im Wasser, filtrieren Algen und Detritus und entwickeln in verschmutzten Bächen Massenpopulationen.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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