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Kompaktlexikon der Biologie: Solanaceae

Solanaceae, Nachtschattengewächse, Fam. der Rosopsida mit ca. 2600 Arten, die ursprünglich hauptsächlich in Amerika verbreitet waren und heute weltweit verbreitet sind. Es sind Bäume, Sträucher und krautige Pflanzen mit schraubig angeordneten Blättern, die Blüten stehen häufig in Wickeln. Die Scheidewand des aus zwei Fruchtblättern verwachsenen Fruchtknotens steht fast immer quer zur Symmetrieebene der dorsiventralen und oft schwach asymmetrischen Blüten. Als Frucht findet man Beeren oder Kapseln. Die Pflanzenfam. wird von alters her vom Menschen verschiedentlich genutzt. Ihr gehören mystische Pflanzen an, wie die Alraune (Gatt. Mandragora). Rauschzustände hervorrufende Arten wie z.B. Tollkirsche (Atropa belladonna), Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) oder Stechapfel (Datura stramonium) werden wegen ihres hohen Gehaltes an Tropan-Alkaloiden als Heilpflanzen verwendet ( vgl. Abb. ). Von weltwirtschaftlicher Bedeutung sind die Nahrungsmittelpflanzen der Fam.: Kartoffel (Solanum tuberosum), Tomate (Lycopersicon esculentum), Paprika (Capsicum annuum), Aubergine (Solanum melongena) und die Judenkirsche (Physalis alkekengi) sowie als Genussmittelpflanze Tabak (Nicotiana tabacum). Als Gewürzpflanzen dienen der Cayennepfeffer (Capsicum frutescens) und der Gewürzpaprika (Capsicum annuum var. annuum).



Solanaceae: a Tollkirsche (Atropa belladonna), b Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), c Stechapfel (Datura stramonium) c1 Frucht aufgesprungen, d Blasenkirsche oder Judenkirsche (Physalis alkekengi), d1 Frucht mit geöffnetem Kelch, e Petunie

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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