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Kompaktlexikon der Biologie: Spindelapparat

Spindelapparat, Teilungsspindel, Bez. für die sich zu Beginn der Mitose und Meiose bildende Struktur, die dafür sorgt, dass sich die Chromosomen in der Äquatorialebene der Spindel anordnen und die Chromatiden bzw. Chromosomen zu den Kernpolen transportiert werden. ( vgl. Abb. ) Der im Lichtmikroskop sichtbare S. besteht aus Bündeln von Mikrotubuli, wobei zwischen polaren Mikrotubuli, nicht befestigten Mikrotubuli und Kinetochormikrotubuli unterschieden wird. Dabei sind die Mikrotubuli mit dem Minusende zum Centriol hin orientiert. Die durch den S. erzeugte Chromatiden- bzw. Chromosomenbewegung wurde lange Zeit vor allem dadurch erklärt, dass die Mikrotubuli im Bereich des Centriols depolymerisieren und die dadurch hervorgerufene Verkürzung der Kinetochormikrotubuli die Wanderung verursacht. Inzwischen deuten experimentelle Befunde darauf hin, dass es durch die im Kinetochor vorhandenen Motorproteine (z.B. Dynein) zu einem Entlangwandern an den Spindelfasern kommt. Neben dieser Funktion bestimmt der S. auch die Lage der Teilungsfurche bei tierischen Zellen bzw. die Phragmoplastenbildung bei der Cytokinese pflanzlicher Zellen.



Spindelapparat: Schematische, nicht maßstabgetreue Darstellung einer typischen Spindelstruktur mit angehefteten, verdoppelten Chromosomen und den drei verschiedenen Arten der Spindelmikrotubuli

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Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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