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Kompaktlexikon der Biologie: Sprache

Sprache, im eigentlichen Sinn die verbale Ausdrucksfähigkeit, die es erlaubt, Gedanken zu vermitteln, und die weder objekt- noch zeitgebunden ist. Die morphologischen Voraussetzungen für die Lautmodulation der Sprache sind ein Kehlkopf und bestimmte Klangräume, die durch Umformungen im Mund- und Rachenraum entstehen. Auch das Gehirn muss bestimmte Sprachzentren aufweisen. Diese Bedingungen erfüllt allein der Mensch. Alle menschlichen Sprachen haben bestimmte Prinzipien einer universalen Grammatik gemeinsam. Dies deutet auf eine genetische Grundlage hin.

Weiter gefasst ist S. eine Form der Informationsübermittlung, die nicht objektgebunden ist und sich bestimmter Symbole bedient. Hierzu zählt dann die Gebärdensprache Taubstummer, die in verschiedenen Versuchen auch manchen Menschenaffen beigebracht werden konnte. Diese gaben dann nicht nur das Erlernte wieder, sondern schufen durch Kombination erlernter Sprachelemente eigene Bez. unbekannter Gegenstände und stellten Sätze zusammen. Einzige bisher bekannte natürliche Tier-S. nach dieser Definition ist der Bienentanz (Bienensprache).

Im weitesten Sinne werden unter S. alle Formen der tierischen Kommunikation verstanden. Beim Menschen gibt es neben den unterschiedlichen Lautsprachen angeborene Ausdrucksgesten und Affektlaute, die international verstanden werden. Zu ersteren zählen das Lächeln oder das Ballen der Faust, zu letzteren Weinen und Lachen.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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