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Kompaktlexikon der Biologie: Stammbaumanalyse

Stammbaumanalyse, die zur Erforschung von menschlichen Erbkrankheiten vielfach erforderliche Erstellung eines Stammbaums, der das Auftreten einer genetisch bedingten Krankheit über mehrere Generationen darstellt und bei der genetischen Beratung Aussagen darüber zulässt, mit welcher Wahrscheinlichkeit Nachkommen betroffen sind. Außerdem kann durch eine S. der Modus eines Erbgangs (z.B. dominant, rezessiv, autosomal, gonosomal) ermittelt werden. Die S. kann durch eine Reihe von Faktoren wie z.B. die genomische Prägung oder durch die große phänotypische Ähnlichkeit mehrerer Krankheiten (Phänokopie) erschwert werden. ( vgl. Abb. ) ( vgl. Abb. )



Stammbaumanalyse: Stammbaum einer Familie mit Hypocholesterinämie als Beispiel für einen autosomal dominanten Erbgang. Es sind vier Generationen (I bis IV) erfasst, wobei die Urgroßeltern bereits verstorben sind. Das Individuum III-1 war homozygot (AA) für das dominante Allel und ist jung verstorben. Die anderen Merkmalsträger sind heterozygot (Aa)



Stammbaumanalyse: Stammbaum einer Familie als Beispiel für einen autosomal rezessiven Erbgang. In dieser Familie ist Verwandtenehe (=) in der fünften Generation dafür verantwortlich, dass das Individuum VI-4 homozygot für ein rezessives Allel ist. Das Allel ist höchstwahrscheinlich durch Spontanmutation in einem der beiden Eltern (I-1, I-2) in der ersten erfassten Generation entstanden. Auch wenn ein Merkmal selten ist, kommt es natürlich vor, dass auch bei Heirat mit einem nicht verwandten Überträger (V-4) homozygote Individuen entstehen (VI-6 und VI-9)

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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