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Kompaktlexikon der Biologie: Strepsiptera

Strepsiptera, Fächerflügler, zu den Insecta gehörendes Taxon mit bislang über 500 bekannten Arten, davon rund 60 in Mitteleuropa. S. sind klein (Männchen 1,5 – 7,5 mm, Weibchen bis 30 mm). Sie besitzen keine Ocellen, haben stark reduzierte Mundwerkzeuge, kein Prothoracalstigma und mehr oder weniger reduzierte Abdominalstigmen. Der rudimentäre Darmkanal ist nach hinten blind geschlossen, Malpighi-Schläuche fehlen. Auffällig ist der Geschlechtsdimorphismus. Nur die Männchen haben Flügel, wobei die Vorderflügel zu Pseudohalteren reduziert sind. Die großen häutigen Hinterflügel können fächerartig ausgefaltet werden. Die Antennen sind kammförmig, die Facettenaugen groß, die Beine als Klammerorgane ausgebildet. Die Männchen haben nur eine Lebensdauer von wenigen Stunden, in denen sie die Weibchen aufsuchen. Die Weibchen sind immer ungeflügelt und ohne Facettenaugen, haben einen sackförmigen Hinterleib und keulenförmige Antennen. Die Beine sind reduziert oder ganz zurückgebildet. Bei einigen Arten sind im Abdomen der Weibchen nur noch Geschlechtsorgane vorhanden. Die Weibchen sind vivipar. Die Larven dringen in die Larve eines Wirts (verschiedene Insektengruppen) ein und entwickeln sich in deren Abdomen, die Verpuppung erfolgt teilweise außerhalb des Wirts. Insekten, die von Fächerflüglern befallen sind, werden als stylopisiert bezeichnet. Es werden zwei Subtaxa unterschieden, die Mengenillidia, bei denen die Weibchen frei leben und Beine und Antennen haben, und die Stylopidia, bei denen die bein- und antennenlosen Weibchen nur innerhalb des Wirts leben.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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