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Kompaktlexikon der Biologie: Strigiformes

Strigiformes, Eulenvögel, Ord. der Vögel mit rund 145 Arten, die 15 – 80 cm groß sind. Eulenvögel haben einen großen Kopf mit nach vorn gerichteten, fast unbeweglichen und von einem Federkranz, dem Schleier, umgebenen Augen, ein weiches, lockeres Gefieder, das durch die aufgeraute Flügelkante einen nahezu lautlosen Flug ermöglicht, und einen greifvogelartig gekrümmten Schnabel. Die Füße sind befiedert und haben gebogene und spitze Krallen, die Außenzehe ist eine Wendezehe. Eulenvögel sehen sehr gut und haben ein ausgezeichnetes Hörvermögen, die Innenohren sind oft unsymmetrisch und verschieden groß. Fast alle Arten jagen in der Dämmerung oder nachts; Beutetiere sind vor allem Kleinsäuger, aber auch Vögel, Insekten, Würmer, zwei in Afrika bzw. Asien beheimatete Arten leben von Fischen. Unverdauliche Reste wie Knochen, Haare usw. werden als Gewölle wieder ausgewürgt. Mit Ausnahme der Sumpfohreule (Asio flammeus), die trockene Pflanzenteile als Nistunterlage sammelt, bauen die S. keine Nester, sondern brüten am Boden, in Höhlen oder verlassenen Nestern anderer Vögel. Die Jungen schlüpfen asynchron, da die Bebrütung mit dem ersten oder zweiten Ei beginnt; bei Nahrungsmangel verhungern die später geschlüpften Jungeulen als erste. Viele Eulenvögel verfügen über ein umfangreiches Stimmrepertoire.

Man unterscheidet zwei Fam., die Eulen (Strigidae) und die Schleiereulen (Tytonidae) mit zwölf Arten. Die auch in Deutschland heimische Schleiereule (Tyto alba) kommt in fast allen Regionen der Erde vor und besiedelt vor allem tief gelegene waldarme Siedlungsgebiete; sie brütete ursprünglich vermutlich in Höhlen an zerklüfteten Felsen, heute in Mitteleuropa besonders in Kirchtürmen, Ruinen und Scheunen. Häufigste Eule bei uns ist der 37 – 39 cm große Waldkauz (Strix aluco), der in einer rotbraunen und einer grauen Farbvariante vorkommt. Ursprünglich ein Waldvogel, brütet er auch mitten in Städten in Bäumen, alten Gebäuden und Friedhofsanlagen. Bekannteste der kleinen Eulenarten ist der 21 – 23 cm große Steinkauz (Athene noctua), der auch tagaktiv ist. Die größte Eule in Mitteleuropa ist der Uhu (Bubo bubo) mit 60 – 75 cm Größe. Der Revierruf des Männchens ist ein dumpfes „u-hu“. Er kommt in sehr unterschiedlichen Lebensräumen Eurasiens und Nordafrikas vor und brütet vorwiegend in Felsnischen.

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Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
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Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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