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Kompaktlexikon der Biologie: Testosteron

Testosteron, 17β-Hydroxy-androst-4-en-3-on, ein C18-Steroid, das als männliches Geschlechtshormon (Androgene) in den interstitiellen Zellen (Leydig-Zwischenzellen) des Hodens, aber in geringen Mengen auch im Eierstock sowie in der Nebenniere aus Progesteron über 17-Hydroxyprogesteron und Androstendion gebildet wird. T. bewirkt zusammen mit seinem fünfmal stärker wirksamen Hydrierungsprodukt Dihydrotestosteron (DHT) das Wachstum und die Entwicklung des gesamten männlichen Erscheinungsbildes, also die Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane und der sekundären Geschlechtsmerkmale sowie Förderung der Spermatogenese und bei Tieren Auslösung der Brunst. Angriffsort ist wie bei allen Steroidhormonen unter Vermittlung von Steroidhormon-Rezeptoren (Transkriptionsfaktoren) der Zellkern (Hormone), wo Testosteron die RNA-Synthese (Transkription) bestimmter Gene stimuliert. Infolge seiner anabolen Wirkung vermag T. (sowie das noch stärker anabole, synthetisch hergestellte 19-nor-T.) die Proteinsynthese zu steigern und damit u.a. das Muskelwachstum besonders zu fördern; T. bzw. synthetische Analoga werden daher mitunter als Dopingmittel missbraucht.

Bei der Frau ist es trotz der geringen gebildeten Mengen ebenfalls wichtig für Wachstum und Entwicklung. Zu hohe T. – Produktion äußert sich in Symptomen der Vermännlichung, wie vermehrter und männlicher Behaarung, Bartwuchs, Wachstum des Kitzlers und Ausbildung einer Akne.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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