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Kompaktlexikon der Biologie: Theraphosidae

Theraphosidae, Aviculariidae, Vogelspinnen, Fam. der Webspinnen mit ca. 800 Arten. Vogelspinnen sind in den Tropen und Subtropen verbreitet, artenreich vor allem in Südamerika. Es sind stets große Spinnen (6 – 10 cm); sie sind langlebig (10 – 20 Jahre) und stark behaart. An den Laufbeinen befinden sich Büschel oder ganze Flächen mit Hafthaaren, welche die Vogelspinnen befähigen, sich auch in der Vegetation und an glatten Flächen gut zu bewegen. Die meisten Arten sind nachtaktiv und erbeuten Insekten und Tausendfüßer, große Arten auch kleine Wirbeltiere. Werden sie bedroht, nehmen sie eine Abwehrhaltung ein, indem sie den Vorderkörper, die beiden Vorderbeinpaare, Pedipalpen und Cheliceren aufrichten. Viele Arten stridulieren dabei laut. Vogelspinnen gelten allg. zu Unrecht als sehr giftig, dies gilt nur für wenige Arten. Die meisten besitzen nur kleine Giftdrüsen und töten ihre Beute vor allem mechanisch. Gefährlicher sind feine Haare, die bei Bedrohung mit den Hinterbeinen beidseits vom Opisthosoma abgerieben werden und, da sie auch Widerhaken besitzen, einem Angreifer in den Augen und beim Einatmen in den Bronchien erheblichen Schaden zufügen. Die Lebensweise der einzelnen Arten und Gattungen ist sehr unterschiedlich. Manche leben unter Steinen und/oder Rinde, viele in selbstgegrabenen Röhren im Boden. Viele Arten sind gewandte Jäger, andere eher träge Tiere, die auf Beute lauern. Der Schlupfwinkel wird fast stets mit Spinnseide ausgekleidet. Bei der Paarung richtet das Weibchen den Vorderkörper auf, das Männchen steht ihm gegenüber und inseriert den Taster von frontal. Der Eikokon wird oft im Schlupfwinkel bewacht, von einigen Arten aber auch mitgetragen.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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