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Kompaktlexikon der Biologie: Thysanoptera

Thysanoptera, Fransenflügler, Blasenfüße, Taxon der Insecta mit rund 4500 Arten, von denen etwa 300 in Mitteleuropa vorkommen. T. sind zwischen 0,5 und 2 mm groß. Sie leben bevorzugt in Blüten, unter Borke oder in Blattscheiden von Gräsern und saugen Pflanzensäfte, eine Reihe von Arten saugt an Blattläusen (Aphidina), Schildläusen (Coccina), Milben (Acari) oder anderen T. Außerdem gehören Pollen, Nektar und Pilzsporen zum Nahrungsspektrum. T. haben einen schlanken und abgeflachten Körper von brauner, schwarzer oder gelber Färbung. Die Mundwerkzeuge sind asymmetrisch: Die rechte Mandibel ist rudimentiert, Labrum und Labium sind zu einem Kegel verwachsen, der drei Stechborsten (linke Mandibel und Maxillen) umgibt, die ein Saugrohr bilden. Die Flügel besitzen am Hinterrand lange bewegliche, fransenartige Haare (Name!). Manche Arten pflanzen sich parthenogenetisch fort, bei manchen gibt es Ovoviviparie. Die Metamorphose ist eine Neometabolie, die praktisch nur bei den T. vorkommt, mit zwei „Larvenstadien“ ohne Flügelanlagen, einem Pronymphenstadium und einem oder zwei Nymphenstadien mit äußeren Flügelanlagen. Man unterscheidet zwei Subtaxa, die Terebrantia, bei denen die Weibchen einen aus zwei Paar Valven bestehenden Legebohrer besitzen, die Pronymphe Flügelanlagen zeigt und nur ein Nymphenstadium vorkommt, und die Tubulifera, bei denen die Weibchen keinen Legebohrer besitzen und die Pronymphen keine Flügelanlagen, und bei denen zwei Nymphenstadien auftreten. – Manche Arten sind als Pflanzenschädlinge bekannt („Thrips“).

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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